28.09.2011 – Neues Tablet von Amazon: Das Kindle Fire offiziell enthüllt
Am 28. September wurde um 10 Uhr EDT zur Amazon-Pressekonferenz geladen. Große Banner mit dem Amazon-Logo verrieten sofort, dass es um etwas Großes gehen würde, und wir waren für Sie mit von der Partie!

Jeff Bezos kam auf die Bühne und bedankte sich bei allen für ihr zahlreiches Kommen. „Vier Jahre zuvor versuchten wir, basierend auf Büchern etwas besser zu machen“, so sein Einstieg. E-Ink ist genial, da man damit bei hellem Tageslicht lesen kann (ja, das iPad und andere Tablets haben da ihre Schwächen). Der Kindle-Service besitzt nun über eine Million Bücher, und da sind die Gratis-Bücher vom Gutenberg-Projekt et cetera noch nicht mal hinzu gezählt.
Das System rund um Kindle ist noch besser geworden, man kann dank der Amazon-HTML5-App ein einmal gekauftes Buch überall lesen: Android, iPad, iPhone, Windows Phone, BlackBerry, Mac oder PC - komplett egal. Der erste Punkt des Tages: Kindle Singles. Es wurden echte Seitenzahlen implementiert - das ist technisch wohl aufwändiger, als ein Laie sich vorstellen kann. Darüber hinaus können Sie mit einem Kindle über 11.000 öffentliche Bibliotheken aufsuchen - diese leihen Ihnen Kindle-Bücher.
Nächster Punkt: Der Kindle touch. Das ist doch nicht etwa ein Äquivalent zum iPod touch, oder? Der Touchscreen ist in drei Teile unterteilt: Links zum Zurückblättern, rechts zum Vorblättern, und die Mitte für das Menü. Klingt interessant. Eine andere Auflistung wäre eben am oberen Rand das Menü, links die vorige Seite und Mitte bis ganz am rechten Rand die nächste Seite - hier ein Bild von The Verge:

In der Kurzzusammenfassung: Der Kindle touch wird 99 US-Dollar kosten, während der Kindle touch 3G 149 US-Dollar kosten wird. Das ist der „top of the line“-Kindle. Doch was ist, wenn jemand kein touch benötigt oder es nicht will? Dann könnte man einen Kindle um 79 US-Dollar kaufen. Der neue Standard-Kindle ist unglaublich leicht, anscheinend um 75 Prozent leichter als die letzte Generation. Doch nicht nur am Gewicht wurde gefeilt, auch Amazon Local wurde vorgestellt. Das sind Bildschirmschoner, von denen man denken könnte, dass sie Artwork sind. Familienfreundlich, einfach im Umgang und günstig: Kindle ist ein Premium-Produkt zu einem Nicht-Premium-Preis.

Jeff Bezos nahm wieder seinen Platz auf der Bühne ein. „15 Jahre lang waren wir im Medienbusiness tätig“, sagte er. Sowohl Amazon Movies, Amazon Music und der Cloud Player wurden überall mit Lob überhäuft. „Wir haben unseren Android App Store, bei denen man Applikationen testen kann und wir haben jeden Tag eine Gratis-App.“ Darüber hinaus gibt es auch ein Programm namens Amazon Prime, welches „unglaublich erfolgreich“ ist. Die US-Medien liebten bislang jeden Service von Amazon - und wer kann es ihnen verübeln? Es funktioniert einfach. Bei Instant Video - einem Service von Amazon Prime - können User bislang über 11.000 Filme und Fernsehshows streamen. Die Partner sind CBS, NBC Universal und Fox.
Hunderttausende Kunden in 190 Ländern können wohl nicht irren, und ein guter Satz von Jeff Bezos: „In terms of market share, Amazon is Coke and there isn‘t yet a Pepsi.“
Amazon hat all diese Services, und Amazon fragte sich, gibt es eine Möglichkeit, alle Services in ein einziges Produkt zusammenzubringen? Gibt es. Das Kindle Fire.
Ein 7 Zoll-IPS-Display, ein Dualcore-Prozessor und 14,6 Unzen Gewicht - und sämtlicher Content (100.000 Filme, eine Million Songs, Apps vom App Store, Magazine) liegt in der Cloud. Ebenso wird das lästige Synchronisieren entfallen - ein Apple-USB-Kabel sorgte in der Menge für Gelächter. Dafür gibt es Whispersync - und nun funktioniert es auch mit Filmen und TV-Shows. Die Benutzeroberfläche sieht ziemlich einfach aus, ähnlich wie ein Bücherregal. In einem Karussell-artigen Interface können Sie durch Ihre zuletzt betrachteten Medien scrollen, was sehr beeindruckend klingt und auch aussieht. Cover Flow, anyone? Das Kindle Fire hat Gorilla-Glas an der Front, ähnlich wie bei Windschutzscheiben von Hubschraubern.
Ein Umgebungslichtsensor ist mit von der Partie, allerdings keine Frontkamera - wozu auch? Es ist ein Gerät zum Lesen und nicht zum Chatten. Meint man. Der Musikspieler sieht aus wie Amazons Android-Applikation und funktioniert ebenfalls einwandfrei. Die Musik läuft weiter, während die Apps gewechselt werden - das riecht nach Multitasking, aber in dieser Form gab es das schon auf iOS 4.2. Weiter geht es zum Browser und einem Vergleich zwischen zwei Webseiten:

Der Browser nennt sich Silk. Es ist ein zweigeteilter Browser, der teils in EC2 lebt und teils auf dem Kindle Fire läuft. Grundsätzlich legt Silk einen Cache auf dem EC2-Server an, damit auf dem Gerät kein Platz verbraucht wird, und der Cache kommt von einem einzelnen Server. Silk beobachtet auch das Nutzerverhalten (Vorsicht, Datenschützer!) und kann quasi Seiten im Voraus laden, bevor Sie diese angeklickt haben. Wie gut sich dies allerdings in der echten Welt schlägt, muss ein Test beurteilen. Langer Rede, kurzer Sinn: Amazon lässt die Berechnungen in der Cloud und schickt die optimierten, fertig berechneten Daten zum Gerät über einen eigenen Channel. Das Endresultat? Ein regulär aussehender Browser, aber extrem schnell. So viel zum Kindle Fire.

Was kostet das Fire-Tablet? Mit IPS-Display, Whispersync und dem Silk-Browser, dem großen Medienangebot et cetera? 199 US-Dollar. Das klingt äußerst kompetitiv und wird sicher einige Tablet-User ansprechen, und ab 15. November 2011 ist es auch im Handel erhältlich. Wir sind überzeugt, dass dieses Datum für die USA gilt, und was mit Europa ist, wird sich noch zeigen...