21.04.2011 – MovieXP Filmkritik: "Thor"
Mythologie goes Comic goes Cinema. „Thor“ erzählt die Geschichte des Donnergottes Thor (Chris Hemsworth), der erst lernen muss, Verantwortung zu übernehmen, bevor ihn sein Vater Odin (Anthony Hopkins) auf den Thron von Asgard setzt. Sie verstehen nur Bahnhof? Dann lassen Sie mich das Rätsel lüften. Thor und Odin sind beide Figuren aus der nordischen Mythologie, wie sie vor allem mit den Wikingern in Bezug gestellt wird. Diese Mythen hat sich Stan Lee zum Vorbild genommen, die Römer und Griechen kannte schon jeder, und daraus einen Comic gebastelt. Seinen ersten Auftritt hatte Thor 1962. Knapp 50 Jahre später kommt Thor, den Trend der letzten Jahre folgend, mit etwas abgewandelter Geschichte, auf die große Leinwand. Zunächst sieht in Asgard alles danach aus, das Thor die Thronfolge antreten wird. Gerade als die Übergabe stattfinden soll, bemerkt Odin die Präsenz der Frost-Giganten, einer Rasse, mit der die Asgard schon lange im Clinch sind. Lange zurück liegt eine große Schlacht, in der Odin die Frost-Giganten besiegen und ihnen die Quelle ihrer Macht stehlen konnte. Diese wollen sie natürlich zurück haben und versuchen einen Angriff genau in dem Moment, da Thor gekrönt werden soll. Darüber ist der Donnergott gar nicht erfreut und schlägt vor, gleich zum Gegenangriff zu blasen. Der weise Odin möchte den derzeitigen Frieden aber nicht stören und verbietet es. Der ungeduldige Thor widersetzt sich dem Willen seines Vaters und macht sich mit seinen Kameraden Sif, Volstagg, Fandral, Hogun und Bruder Loki auf den Weg nach Jotenheim, der Heimat der Frost-Giganten. Klar, dass dieser Ausflug nicht rosig verläuft. Auch wenn Thor dank seines mächtigen Hammers Mjollnir kaum ins Schnaufen kommt, sieht es für seine Kameraden nicht so gut aus. In die Enge getrieben bleibt nur der Rückzug über die Regenbogenbrücke Bifrost, die Asgard mit den anderen Welten verbindet. Odin ist von Thors Ungestüm erzürnt und setzt die Machtübergabe erst mal aus, voller Zorn schimpft der Junge seinen Vater einen Mann ohne Übersicht. Jetzt reißt dem Göttervater endgültig der Geduldsfaden und er verbannt Thor ohne Kräfte auf die Erde. Bei den Menschen soll er lernen, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, und um ihn zu ärgern, wirft Odin seinen Hammer Mjollnir gleich mit auf die Erde, Thor kann ihn aber erst an sich nehmen, wenn die Lektion gelernt ist. Via Bifrost landet der stramme Gott schließlich auf der Erde und direkt vor dem Wagen der Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman). Sie war gerade in der Wüste unterwegs, auf der Suche nach einer Einstein-Rosen-Brücke, einem Wurmloch. In wissenschaftlichen Termini gesprochen ist Bifrost nichts anderes, klar also, dass Thor von Interesse ist. Nicht an die Gepflogenheiten der Erde gewöhnt, macht der Gott gleich Bekanntschaft mit einem Taser. „Du wagst es, so eine kleine Waffe auf Thor zu richten“ sind seine letzten Worte, bevor er sich schlafen legt. Thors Abwesenheit hat für Asgard schlimme Folgen, Odin fällt in einen tiefen Schlaf, eine Art Koma, und der Frieden wird erheblich gestört. Thor muss seine Lektion schnell lernen, sonst ist seine Heimat verloren, zum Glück hat er mit Jane eine gute Lehrerin. FazitInzwischen erscheint fast jedes Jahr ein Film basierend auf dem Marvel Comics-Universum. „Iron Man“, „Spiderman“, „Hulk“, „Thor“ und viele mehr. Ein Merkmal, das diese Filme auszeichnet, ist ihre gute Umsetzung. Keiner, mit Ausnahme mancher Sequels, war wirklich schlecht, und einige wenige waren sogar richtig gut. Das liegt vielleicht an der Mitarbeit des Erfinders Stan Lee selbst, der es sich auch nicht nehmen lässt, jedes Mal einen Cameo-Auftritt zu haben. Kurz, aber gut. Bei „Thor“ kann Regisseur Kenneth Branagh sowohl auf den Comic als auch auf die Mythen setzen, ein reichhaltiger Fundus an Material. Asgard ist die goldene Welt, mit majestätischen Hallen und ehrfurchtsvoller Architektur, ein Platz für Götter. Als Kontrast spielt sich die Szenerie auf der Erde in der Wüste New Mexikos ab. Der Film ist keine reines Effektfeuerwerk, sondern bietet neben der klassischen Heldengeschichte auch ein paar Lacher und Nettigkeiten für Kenner anderer Marvel-Helden. Sehr positiv ist die Besetzung des S.H.I.E.L.D.-Agenten, der Organisation, die vor allem mit den „Iron Man“-Filmen bekannt geworden ist. Agent Phil Coulson wird auch in „Thor“ von Clark Gregg gespielt, und ein Hinweis auf die Roboter von Tony Stark darf natürlich nicht fehlen. „Thor“ ist nicht nur ein Film für Comic-Fans, sondern für jeden, der mit Fantasy etwas anfangen kann. Die Rollen wurden hervorragend besetzt, Chris Hemsworth als Thor könnte leicht mit einem Wikinger verwechselt werden, Natalie Portman spielt ihre Rolle als Jane Foster ohne Mühe und Stellan Skarsgard, der in der Rolle von Professor Erik Selvig die Vaterfigur für Jane darstellt, bringt trockenen Humor ins Spiel. Gut, die Story hätte ein wenig dichter sein können, vor allem die Szenen auf der Erde wirken schnell abgespult, die Liebesgeschichte etwas aufgesetzt und das Finale kommt, im Vergleich zum Aufbau, ein wenig abrupt, es geht hier im Grunde aber um den Lernprozess, den jeder Jungspund durchlaufen muss. Einfach draufhauen geht nicht immer, auch wenn der Hammer noch so groß ist! „Thor“ ist ein guter Film und legt die Basis für weitere Teile, das scheint schon das Ende zu versprechen. Außerdem war es wichtig, die Figur des Thor einzuführen, da im nächsten Jahr „The Avengers“ erscheint, die Superheldentruppe, der auch Thor angehört.
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